50 Jahre Expertise – Technologische Grundlagen & Einblicke in die Gründertage der modernen Informatik
Willkommen zu meiner Zeitreise durch 50 Jahre Informatik- & Datenbankgeschichte
Die IT-Welt von heute bewegt sich rasend schnell: Cloud Computing, künstliche Intelligenz und hochabstrahierte Frameworks prägen den Alltag. Doch wer komplexe Softwaresysteme heute in ihrer Tiefe verstehen, gestalten und steuern möchte, profitiert enorm von einem Fundament, das auf den Grundprinzipien der Pionierzeit aufbaut.
Seit den 1970er Jahren habe ich die Entstehung grundlegender Technologien am Fachbereich 20 der Technischen Universität Berlin sowie in jahrzehntelangen Industrieprojekten aktiv mitgestaltet. Als Informatiker, Tutor und Systementwickler durfte ich an den Lehrstühlen von Prof. Sigram Schindler, Prof. Kees Koster und Prof. Christiane Floyd sowie in Großprojekten bei Siemens und der Berlinale tief in die Systemarchitektur eintauchen.
Diese vierteilige Artikelreihe vermittelt das fundamentale Systemverständnis aus 50 Jahren Praxis:
Wählen Sie ein Themengebiet der allgemeinen Grundlagen:
1. Die Pionierzeit der Betriebssysteme & Hardware-Emulation
Spitzenforschung im Rechenzentrum: Wenn eine PDP-11 zur IBM System/370 wird
- Der Kontext: Nachtschichten am Wissenschaftsrechenzentrum an den Satellitenrechnern der zentralen CDC-Großrechneranlage.
- Das Highlight: Wie wir über beschreibbaren Mikrocodespeicher (Writable Control Store) die Hardware-Architektur einer PDP-11 so umprogrammierten, dass sie nativ den Befehlssatz einer IBM System/370 carried.
- Der Meilenstein: Die ersten UNIX-Quellcode-Bänder (Version 6) von Prof. John Lions aus Australien und die Entwicklung eigener C-Präprozessoren.
2. Der historische Querschnitt der Programmiersprachen
Von Fortran und Simula 67 bis Turbo Pascal: Der große Wandel der Softwareentwicklung
- Der Kontext: Erster Einstieg 1972 mit Fortran (Lochkarten an der CDC 5700) und Rechnerbetreuung auf der PDP-10 mit Simula 67 im SFB 57 am Kurfürstendamm.
- Das Highlight: Die Gegensätze zwischen der akademischen Eleganz von ALGOL 68, der unterschätzten Stärke von Simula 67, dem pragmatischen Durchmarsch von Niklaus Wirths Pascal und der Geburt von C.
- Der Meilenstein: Eigene Praxiserfahrungen in der Lehre und Entwicklung an der TU Berlin während des Übergangs zu modernen modularen Sprachen.
3. ELAN & Compilerbau: Die unterschätzte Schulsprache
Modularisierung, Schrittweise Verfeinerung & CDL2 – Konzepte, die ihrer Zeit voraus waren
- Der Kontext: Die Entwicklung einer hochstrukturierten Lehr- und Schulsprache an der TU Berlin als Antwort auf unstrukturierte BASIC-Dialekte.
- Das Highlight: Der stufenweise Aufbau von Mini über Medi zu Maxi (ELAN) und der Bau des ELAN-Compilers mittels der Compiler Description Language CDL2 auf Basis von Affix-Grammatiken.
- Der Meilenstein: Die direkte Verwandtschaft zu den legendären deutschen Mikrokern-Betriebssystemen EUMEL (L2) und L3 von Jochen Liedtke sowie die Portierung auf die Nixdorf 8870.
👉 Zum ausführlichen Artikel: ELAN – Schulsprache, Compilerbau & EUMEL (elan-schulsprache.html)
4. Informix & Relationale Datenbanken: 35 Jahre Systemevolution
Von der TU Berlin über Siemens bis zur Berlinale: Grundlagen & Langzeit-Praxis relationaler Systeme (RDBMS)
- Der Kontext: Erste wissenschaftliche Erfahrungen mit relationalen Datenbanken am Fachbereich 20 der TU Berlin zu den Anfängen des RDBMS-Paradigmas.
- Das Highlight: 10 Jahre Entwicklung von Großanwendungen bei Siemens in Informix 4GL auf dem Siemens PC-MX2 unter SINIX (Beitragsrechnungen & Unfallanzeigen).
- Der Meilenstein: 35 Jahre unterbrechungsfreier Produktiveinsatz des Berlinale-Systems (Teilnehmer- & Filmverwaltung in enger Zusammenarbeit mit Festivalleiter Moritz de Hadeln), migriert von Nixdorf 8870 über Compaq 486 (SCO Unix mit TCP/IP) auf Debian Linux.
👉 Zum ausführlichen Artikel: Informix 4GL & Relationale Datenbanken (datenbanken.html)
Warum dieses Fundament vor Gericht und in der Praxis entscheidet
"Technologien verändern sich kontinuierlich – aber die fundamentalen Gesetze von Abstraktion, Speicherverwaltung, Ressourcen-Effizienz, relationaler Datenintegrität und sauberer Modularisierung sind zeitlos."
Wer einmal Prozessoren auf Mikrocode-Ebene emuliert, eigene C-Präprozessoren entwickelt, Compiler mit Affix-Grammatiken gebaut und relationale Datenbanken über 35 Jahre hinweg betrieben hat, durchschaut auch die komplexesten modernen Softwarearchitekturen mühelos. Dieses fundamentale Wissen nutze ich heute als öffentlich bestellter und vereidigter IT-Sachverständiger bei gerichtlichen Beweisbeschlüssen, Systemaudits und Quellcode-Bewertungen.
